Mittelhessenbloggers Blog

Eckiges, Kantiges, Freches, Unangepasstes, was nirgendwo reinpasst :-)

Süddeutscher Journalistentag 2010 – Was Landwirte und Journalisten gemeinsam haben ;-)

Landwirte und Journalisten, was haben die wohl gemeinsam? Exakt: Ein Haufen voller Individualisten, mit Ecken und Kanten. Wenn sie auf einem Haufen zusammen rollen, dann geht entweder kein Blatt Papier mehr zwischen die Kanten – oder Kante trifft auf Kante und dann rappelts. Bei Landwirten mitunter eher derb, bei Journalisten eher freundlich lächelnd und zur Seite nehmend. So beobachtet in Mainz.

Beobachtung 2: Es ist sicher spannend über die vielen Veränderungen zu reden, in dem sich unsere Branche befindet. Nur: Würde plötzlich jeder einen Traktor untern Hintern  gesetzt  und gesagt bekommen: So Du bist jetzt ein Bürgerbauer, nun mach mal, es wird schon – die großen Augen beim Bürgerbauern wären garantiert und das grinsende Kichern der Profibauern gewiss. Zwei von Hundert würden es vielleicht ohne größeren Anlauf schaffen , eine gerade Furche im Acker zu ziehen oder die Drillmaschine auf die richtige Tiefe einzustellen. Stimmt. Macht heute der Computer, aber auch da muss man wissen, wie es geht. Und außerdem: Ohne ein Händchen dafür geht auch das nicht…..Die Analogie zum Journalismus: Jeder bekommt ne Kamera in die Hand gedrückt, zieht los, dreht Filmchen, schreibt seine Sicht den Dinge.  Sicher: Im Unterschied zum Bauern braucht nicht erst eine Million Euronen, um überhaupt eine vernünftige Minimalgrundlage zu haben. Aber: Es braucht den Mut, nachzufassen, zu recherchieren, sich nötigenfalls dem Gegenwind auszusetzen, der einem ins Gesicht bläst oder dem eisigen Schweigen, wenn man ins Schwarze trifft oder plötzlich ins Fettnäpfchen tritt, weil daneben gelangt. Wir sprechen über die Veränderungen, fragen, wer Ipad und Iphone benutzt, wohin sich der Journalismus bewegt. Wenn der Journalismus sich in dieser Aufbruchstimmung befindet, wie 2010 in Mainz teils festgestellt, dann ist es im Grunde ein Widerspruch in sich, wenn es gerade mal 300 oder 400 gibt, die sich informieren. Dann müssten derlei Veranstaltungen ja auch denen offen stehen, die ermutigt werden, sich als Bürgerreporter, Leserreporter zu beteiligen.Oder? Und dann habe wir 2020 in Mainz dann vier Millionen, die sich im Sendezentrum die Füße gegenseitig platt treten…Das wird eng…..

Und wenn nicht? Dann wäre es doch ehrlicher zu sagen: Sicher, der Journalismus lebt heute und immer mehr in der Zukunft vom direkten Echo der Leser, Zuschauer, Zuhörer, die dann mit eigenen Geschichten kommen, die dann wieder Stoff für neue Geschichten bringen. Nur: Früher nannte man sowas Leserbrief. Gibts heute auch noch. Warum dann also suggerieren, jeder könne sich als Leserreporter oder Bürgerreporter verdingen, wenn am Ende es doch wieder eine Redaktion braucht, um zumindest eine rudimentäre Ordnung in den Wust an Beiträgen zu bringen, die dann via Mail oder direkt über eine Schnittstelle ins Redaktionssystem eintrudeln. Die Antworten fehlen mir bis heute. Zu sagen, dass wir den Zuschauer, den Leser, den Zuhörer auch im Netz und gerade im Netz brauchen, als Echo, als Ideengeber, als Quell für neue Geschichten, das wäre vermutlich ehrlicher…..oder 😉

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Mai 17, 2010 von in Allgemeines und getaggt mit , , .
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