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Gefährliches Leben für Opernkritiker?

Oper tötet Angreifer

Oper tötet Angreifer

Der Springer-Konzern investiert dem Vernehmen nach viel Geld in den Ausbau seiner digitalen Aktivitäten. Auf der Strecke bleibt offensichtlich so nebensächliches wie ein Korrektorat. Braucht ja auch niemand. Das ist auch gut so. Denn sonst würden solch wegweisende Überschriften wie in der Berliner Morgenpost sicherlich nicht entstehen: „Prozess um Raubüberfall – Oper tötet Angreifer mit Messerstichen“ (auch wenn die Überschrift vielleicht inzwischen geändert wurde, ich habe sie sicherheitshalber per Screenshot festgehalten). Zur Info für Unkundige: Die Berliner MoPo gehört zum Springerkonzern. Dass es sich bei der Überschrift vom 17. Dezember  um einen eher tragisch zu nennenden Ausgang eines Raubüberfalls geht, erschließt sich im Text. Ich habe aber den Gedankenfaden aus Sicht eines wenig Zeit habenden Frühmorgenlesers weitergesponnnen und mich gefragt, was wohl im Unbewussten hängen bleiben könnte -beim schnellen Abscannen der Überschrift: .“… – Oper tötet Angreifer“ . Ohne den Text dann weiter zu lesen. Ob das Absicht war? Oder einfach der Fehler einer überlasteten Onlineschlussredaktion? Auf jeden Fall ein Hingucker. Angesichts der freigesetzten Gedankenblitze: Leben Opernkritiker in Berlin plötzlich gefährlich? Ist bei den Opern das Budget auch schon so knapp, dass negative Kriktik schon als Raubüberfall gewertet wird: „Da lassen wir den Kerl/die Zeitungstussi schon umsonst rein und dann legt der/die uns noch so ein Ei ins Nest..“ Oder: Das kulturbeflissene Publikum in Berlin leidet jetzt schon so unter Steuerlast und Abgaben, dass ein Opernbesuch im Extremfall nur noch mit vorgehaltener Waffe möglich ist? Und egal, was die Gründe nun sind, die Oper aus Notwehrgründen dann zum äußersten aller Mittel greift? Obwohl: Die Oper ist der Ort, an dem die großen Dramen und Tragödien dieser Welt dargeboten werden. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die Oper im Eifer des Gefechts den Angreifer tötet. So unrecht hatten die MoPo-Kollegen mit ihrer Überschrift also garnicht.

Der Original

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Dezember 18, 2013 von in Medienzirkus und getaggt mit , , , , .
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